Welche Betäubung bei einer Intim-OP möglich ist
Für eine Intim-OP gibt es drei übliche Wege, Schmerzen auszuschalten. Bei der örtlichen Betäubung spritzt die Ärztin ein Betäubungsmittel direkt in den Bereich, den sie operiert. Nur dort spüren Sie keinen Schmerz, und Sie sind die ganze Zeit wach.
Beim Dämmerschlaf bekommen Sie über eine Vene Mittel gegen Schmerzen und zur Beruhigung. Sie dösen, reagieren aber, wenn man Sie anspricht, und atmen selbst. Den Bereich der Operation betäubt die Ärztin zusätzlich örtlich. Bei der Vollnarkose sind Sie ohne Bewusstsein und spüren nichts. Weil Sie dabei nicht sicher selbst atmen, sichert die Narkoseärztin Ihre Atemwege.
Bei größeren Eingriffen kommt auch eine Spinalanästhesie infrage. Dabei spritzt meist eine Narkoseärztin das Mittel in den unteren Rücken, und der Unterkörper wird taub. Sie bleiben wach.
| Betäubung | Was Sie merken | Wer sie macht | Nüchtern bleiben |
|---|---|---|---|
| Örtliche Betäubung | Sie sind wach, nur der operierte Bereich ist taub | Meist die Ärztin, die operiert | Nach Anweisung der Praxis |
| Dämmerschlaf | Sie dösen, sind ansprechbar und atmen selbst | Eine Ärztin, dazu eine zweite Person, die nur Sie überwacht | Ja |
| Spinalanästhesie | Sie sind wach, der Unterkörper ist taub | Meist eine Narkoseärztin | Ja |
| Vollnarkose | Sie sind ohne Bewusstsein, die Atemwege werden gesichert | Nur eine Narkoseärztin | Ja |
Welche Betäubung passt, hängt vor allem von der Größe des Eingriffs ab. Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie schreibt, dass Eingriffe im weiblichen Intimbereich in der Regel ambulant und in örtlicher Betäubung stattfinden. Auf Wunsch sind Dämmerschlaf oder Vollnarkose möglich. Wie eine Verkleinerung der Schamlippen insgesamt abläuft, erklärt der Ratgeber zum Ablauf einer Labienplastik.
Wer die Narkose macht und darüber aufklärt
Die örtliche Betäubung setzt meist die Ärztin, die auch operiert. Für Dämmerschlaf und Vollnarkose gelten strengere Regeln der Fachgesellschaften für Narkose. Beim Dämmerschlaf muss eine zweite, dafür ausgebildete Person dabei sein, die nur Sie überwacht und nichts anderes tut. Soll der Dämmerschlaf tief sein, muss das eine zweite Ärztin sein, in der Regel eine Narkoseärztin. Eine Vollnarkose darf nur eine Narkoseärztin machen.
Über die Narkose klärt Sie die Person auf, die sie durchführt. Bei Dämmerschlaf und Vollnarkose führen Sie deshalb meist zwei Gespräche: eines mit der Ärztin, die operiert, und eines mit der Narkoseärztin. Die Fachgesellschaften empfehlen, das Narkosegespräch vor dem Tag der Operation zu führen. Von allem, was Sie unterschreiben, bekommen Sie eine Kopie.
- Wer macht bei mir die Narkose, und bleibt diese Person während der ganzen Operation bei mir?
- Welche meiner Medikamente nehme ich am Morgen der Operation, welche lasse ich weg?
- Was bedeuten meine Vorerkrankungen und Allergien für die Narkose?
- Bis wann darf ich essen und trinken, wenn ich erst am Nachmittag operiert werde?
- Wann darf ich nach Hause, und was muss meine Begleitperson wissen?
- Was kostet die Narkose, und wer stellt die Rechnung?
Was Sie vor Dämmerschlaf oder Vollnarkose essen und trinken dürfen
Vor Dämmerschlaf, Spinalanästhesie und Vollnarkose müssen Sie nüchtern sein. Bis 6 Stunden vorher dürfen Sie eine kleine Mahlzeit essen, etwa eine Scheibe Weißbrot mit Marmelade und ein Glas Milch. Bis 2 Stunden vorher dürfen Sie ein bis zwei Gläser klare Getränke trinken. Dazu zählen Wasser, Mineralwasser, Saft ohne Fruchtfleisch, Limonade sowie Tee oder Kaffee ohne Milch.
Die Regel hat einen ernsten Grund. Gerät Mageninhalt während der Narkose in die Lunge, ist das nach Angaben der Fachgesellschaften die häufigste tödliche Komplikation einer Narkose. Halten Sie sich deshalb genau an die Zeiten, auch wenn Sie nur einen Bissen essen wollen.
Die alte Regel, ab Mitternacht nichts mehr zu essen, passt nur zu einer Operation am Vormittag. Werden Sie erst um 14 Uhr operiert, dürfen Sie vor 8 Uhr morgens noch eine kleine Mahlzeit essen. Ändert sich der Plan und Sie haben gegessen, kann die Praxis Sie allerdings nicht früher operieren.
Wenn Sie rauchen, lohnt sich eine Pause vor der Operation. Nach 2 Wochen ohne Zigaretten heilen Wunden nach Angaben der Fachgesellschaften offenbar seltener schlecht. Erst nach mindestens 4 Wochen sinkt auch das Risiko für Probleme mit der Lunge. Welche Medikamente Sie am Morgen nehmen, legt die Narkoseärztin fest.
- Bis 6 Stunden vor der Narkose: eine kleine Mahlzeit, danach nichts mehr essen.
- Bis 2 Stunden vorher: ein bis zwei Gläser Wasser, Tee oder Kaffee ohne Milch.
- Am Morgen: Medikamente nur so, wie die Narkoseärztin es gesagt hat.
- Vorher klären: wer Sie abholt und wer die erste Nacht bei Ihnen bleibt.
Welche Risiken Dämmerschlaf und Vollnarkose haben
Jede Betäubung hat eigene Risiken, die Ihnen die Ärztin vorher nennen muss. Bei der örtlichen Betäubung und der Spinalanästhesie nennt die Techniker Krankenkasse allergische Reaktionen, Kribbeln, ein Taubheitsgefühl und Übelkeit. Selten kommt es zu Nervenschäden, Blutergüssen oder einer Entzündung an der Einstichstelle. Meist gehen diese Folgen wieder vorbei.
Beim Dämmerschlaf ist der Übergang zum tiefen Schlaf fließend. Dann können Atmung und Schutzreflexe wie Husten und Schlucken nachlassen. Sehr selten setzen Atmung oder Kreislauf aus. Deshalb überwacht eine zweite Person Sie die ganze Zeit mit Geräten.
Bei einer Vollnarkose liegen Sie lange mit gespreizten und hochgelagerten Beinen. Dabei kann ein Nerv am Knie durch Druck geschädigt werden. Nach der Operation zeigt sich das als Lähmung, die wieder vergeht oder bleibt. Fragen Sie ruhig, wie die Praxis Sie lagert.
Wie oft solche Komplikationen bei Intim-OPs vorkommen, weiß niemand genau. Die Behandlungsempfehlung der Fachgesellschaften stellt fest, dass es dafür keine offizielle Statistik gibt. Eine Praxis, die Ihnen eine Narkose ohne jedes Risiko verspricht, sagt Ihnen deshalb nicht die Wahrheit.
Wann Sie nach der Narkose nach Hause dürfen
Nach einer ambulanten Narkose dürfen Sie erst gehen, wenn eine Ärztin Sie zum Schluss noch einmal untersucht hat. Ihre Reflexe müssen wieder da sein, Ihr Kreislauf muss stabil sein, und Sie müssen frei atmen. Sie wissen, wo Sie sind und welcher Tag ist, Sie erbrechen nicht und können etwas essen. Die Schmerzmittel für zu Hause sind geklärt. Nach einer Intim-OP müssen Sie außerdem Wasser gelassen haben, und nichts darf auf eine Nachblutung hindeuten.
Aufwachraum
Geschultes Personal überwacht Sie, bis Sie wieder klar und ansprechbar sind. Eine Ärztin ist in dieser Zeit sofort erreichbar.
Letzte Untersuchung
Die Ärztin prüft, ob Sie gehen dürfen, und sieht nach, ob die Wunde trocken ist.
Schriftliche Hinweise
Sie bekommen Verhaltensregeln und Warnzeichen auf Papier mit, dazu eine Telefonnummer, unter der 24 Stunden lang eine Ärztin erreichbar ist.
Heimweg
Eine erwachsene Person holt Sie ab. Sie fahren nicht selbst Auto und fahren nicht Fahrrad.
Erste Nacht
Jemand bleibt bei Ihnen, der versteht, was die Praxis gesagt hat, und im Notfall Hilfe holt.
Die 24 Stunden haben einen Grund. Nach einem Dämmerschlaf können Reaktion und Urteilsvermögen bis zu 24 Stunden lang gestört sein, auch wenn Sie sich wach fühlen. In dieser Zeit fahren Sie nicht Auto und treffen keine wichtigen Entscheidungen. Sie trinken keinen Alkohol und machen nichts, was Sie oder andere gefährden kann.
Wer die Narkose bei einer Intim-OP bezahlt
Macht eine eigene Narkoseärztin den Dämmerschlaf oder die Vollnarkose, schreibt sie meist eine eigene Rechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte. Zahlen Sie die Operation selbst, zahlen Sie auch die Narkose selbst. Die Krankenkasse übernimmt beides nur, wenn der Eingriff medizinisch nötig ist und sie ihn bewilligt hat.
Fragen Sie, ob eine örtliche Betäubung durch die Ärztin, die operiert, im Preis der Operation enthalten ist. Verlangen Sie, dass im Kostenvoranschlag die Narkose als eigener Posten mit Betrag steht. Bei einem Eingriff ohne medizinischen Grund fragen Sie auch, ob die Narkoserechnung Umsatzsteuer enthält.
- Fragen Sie die Ärztin, die operiert, welche Betäubungen für Ihren Eingriff infrage kommen.
- Vereinbaren Sie das Narkosegespräch vor dem Tag der Operation.
- Bringen Sie Ihre Medikamentenliste, Allergien und Berichte über frühere Narkosen mit.
- Lassen Sie sich die Narkose im Kostenvoranschlag als eigenen Posten zeigen.
- Nehmen Sie die Kopie Ihrer Einwilligung und die schriftlichen Hinweise mit nach Hause.
Häufige Fragen
Ist eine Labienplastik in örtlicher Betäubung möglich?
Ja, eine Labienplastik ist in örtlicher Betäubung möglich und wird meist so gemacht, ambulant und ohne Übernachtung. Sie sind dabei wach, aber der operierte Bereich ist taub. Wer nichts mitbekommen möchte, kann zusätzlich einen Dämmerschlaf bekommen.
Was ist der Unterschied zwischen Dämmerschlaf und Vollnarkose?
Im Dämmerschlaf dösen Sie, reagieren auf Ansprache und atmen selbst. In der Vollnarkose sind Sie ohne Bewusstsein, und die Narkoseärztin sichert Ihre Atemwege. Für beide gelten dieselben Regeln: nüchtern bleiben, Überwachung und 24 Stunden Begleitung danach.
Wie lange muss ich vor einer Narkose nüchtern sein?
Vor einer Narkose essen Sie 6 Stunden vorher nichts mehr. Ein bis zwei Gläser klare Getränke wie Wasser oder Tee ohne Milch sind bis 2 Stunden vorher erlaubt. Das gilt auch für den Dämmerschlaf.
Darf ich nach einem Dämmerschlaf selbst nach Hause fahren?
Nein, nach einem Dämmerschlaf oder einer Vollnarkose dürfen Sie nicht selbst fahren. Reaktion und Urteilsvermögen können bis zu 24 Stunden gestört sein. Eine erwachsene Person holt Sie ab und bleibt die erste Nacht bei Ihnen.
Wer klärt vor einer Intim-OP über die Narkose auf?
Über die Narkose klärt die Person auf, die sie macht, bei Dämmerschlaf und Vollnarkose also meist eine Narkoseärztin. Über die Operation klärt die Ärztin auf, die operiert. Das Narkosegespräch findet am besten vor dem Tag der Operation statt.
